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Thomas Röhler + Leonie Spengler

Leichtathletik - Olympiasieger 2016

Verspätete Ehrung der Thüringer Sportler des Jahres 2019 in Oberhof


Statt in der feierlich geschmückten Erfurter Messehalle mit 1.000 Gästen beim Ball des Thüringer Sports im April wurden am Sonntagnachmittag die Ehrung der Thüringer Sportler des Jahres 2019 unter freiem Himmel in der LOTTO Thüringen EISARENA Oberhof geehrt. Die Stiftung Thüringer Sporthilfe, der Landessportbund Thüringen und der Thüringer Sportjournalisten-Club als Organisatoren der Sportlerumfrage – bei der fast 10.000 Sportfans abstimmten - zeichneten gemeinsam mit Thüringen Sportminister Helmut Holter und dem Geschäftsführer von LOTTO Thüringen, Jochen Staschewski die Thüringer Sportler des Jahres 2019 aus.


Der 1. Vorsitzende der Stiftung, David Möller, sicherte in der Begrüßung, „den Athleten gerade jetzt die weitere Unterstützung von LSB, OSP und Thüringer Sporthilfe zu.“ So berief die Stiftung bereits den Förderkreis „Thüringer Athleten nach Peking“ in Vorbereitung auf die Olympischen Winterspiele 2020 und im März wurde die Förderung für den Förderkreis „Thüringer Athleten nach Tokyo bis in das Jahr 2021 verlängert, „um so den Athleten durch die Verschiebung der Olympischen Spiele/Paralympics Planungssicherheit zu geben“.


Auch LSB-Präsident Prof. Dr. Stefan Hügel freute sich, "dass so viele Thüringer Sportler unserer Einladung gefolgt sind. Natürlich hätten wir die Thüringer TOP-Athleten gern wie gewohnt beim Ball des Thüringer Sports geehrt, um ihre hervorragenden Ergebnisse zu würdigen. Nun haben wir die aktuellen Lockerungen genutzt, um kurzfristig eine andere Form der Übergabe der Kristallpokale durchzuführen“, erklärte er.  


Drei Sieger der Thüringer Sportlerwahl nahmen ihre Kristallpokale persönlich in Empfang. Kurzfristig sagte Skispringerin und „Thüringer Sportlerin des Jahres“ Juliane Seyfarth ab. Nach den Weltmeistertiteln im Team und Mixed sowie WM-Platz vier im Einzel erhielt die Ruhlaerin 33,2 Prozent der Stimmen. Der Kristallpokal für den Sportler des Jahres ging nach vier Jahren wieder an Biathlet Erik Lesser (SV Eintracht Frankenhain). Der Vize-Weltmeister mit der Staffel und WM-Vierte im Single Mixed im Winter 2019 holte mit 33,3 Prozent die meisten Stimmen. Den Titel der Mannschaft des Jahres gewann wie im Vorjahr das Bobteam Mariama Jamanka (BRC Thüringen). 30,9 Prozent der Stimmen gingen an die Welt-, Europa- sowie Gesamtweltcupsiegerinnen der Wintersaison 2018/19. Erstmals wurde der Behindertensportler des Jahres 2019 im Rahmen der Thüringer Sportlerwahl ebenfalls von den Sportfans, Sportgremien und Sportjournalisten gewählt. Wie im Vorjahr sicherten sich mit großem Abstand die Rollstuhlbasketballer der RSB Thuringia Bulls (36,3 Prozent) den Kristallpokal.  

Ball des Thüringer Sports 2020 fällt aus


Der LSB Thüringen und die Stiftung Thüringer Sporthilfe haben als Veranstalter gemeinsam entschieden auf Grund der Corona-Krise den diesjährigen Ball des Thüringer Sports am 25. April 2020 abzusagen. Auch eine Verschiebung des Balls ist nicht geplant. Auf jeden Fall werden aber die Ehrungen der Thüringer Sportler, Aufsteiger und Ehrenamtlichen des Jahres in einem entsprechenden Rahmen nachgeholt.

100 Tage im neuen Ehrenamt als 1. Vorsitzender


Seit 23. Oktober 2019 ist der Olympiazweite und frühere vierfache Weltmeister im Rennrodeln, David Möller, 1. Vorsitzender der Stiftung Thüringer Sporthilfe. Nach seinen ersten hundert Tagen im neuen Ehrenamt gibt er einen Einblick in sein Wirken und die Arbeit der Stiftung.  


Du hast die Nachfolge, des seit Gründung der Stiftung im Jahr 1997 amtierenden 1. Vorsitzenden, Dr. Kuno Schmidt, angetreten, der dieses Ehrenamt rund 25 Jahre inne hatte. Was waren Deine Beweggründe für ein solches Amt zur Verfügung zu stehen?


Vor ca. drei Jahren gab es erste unverbindliche Gespräche, ob ich mir dieses Ehrenamt vorstellen und zutrauen könnte. Da ich nach meinem Karriereende immer wieder mit dem Gedanken gespielt habe mich wieder stärker im Sport zu engagieren, ich aber nicht hauptberuflich als Trainer oder Sportfunktionär arbeiten wollte, war für mich ein Ehrenamt eine potenzielle Option. Da ich der Thüringer Sporthilfe insbesondere auf meinem Weg in die Weltspitze viel zu verdanken habe, reifte in mir der Wunsch über diesen Weg vor allem dem Nachwuchssport etwas zurückzugeben. Nach meiner Zusage war ich mit der Neu-/Wiederberufung des Vorstandes 2017 als ständiger Gast im Vorstand in fast alle Vorgänge eingebunden, habe alle Veranstaltungen, Gremiensitzungen etc. mitgemacht. Da ich seit 2014 auch Kuratoriums- und Präsidiumsmitglied der Stiftung war, hatte ich vorher schon einen kleinen Einblick, zudem hat mich die Stiftung bereits als Sportler gefördert.


Weißt Du noch, wann Du Deine erste Förderung erhalten hast und wie sich die Förderung entwickelt hat?


Bei unserer letzten Ehrungsveranstaltung Nachwuchsförderung Sommersport im Dezember, dies war zugleich meine erste Veranstaltung als 1. Vorsitzender, habe ich dies in meiner Begrüßung an die Nachwuchssportler erwähnt. 1999 bekam ich für meinen Deutschen Juniorenmeistertitel einen Scheck überreicht, den habe ich gleich wieder ins Material investiert. 2001 erhielt ich im Rahmen der Gala der Stiftung im Kaisersaal den Förderpreis als Aufsteiger des Jahres überreicht. Danach wurde ich dreimal in den Förderkreisen „Thüringer Athleten nach Turin, Vancouver und Sotschi“ unterstützt. Und für mich ganz wichtig war auch die Studienförderung, die ich während meines Studiums, welches ich während meiner aktiven Karriere absolvierte, bekam.  


Das Studium hat sich ja ausgezahlt. Du hast Deinen Beamtenstatus als Bundespolizist aufgegeben und bist in die Wirtschaft gewechselt. Jetzt arbeitest in einem Vollzeitjob als Angestellter bei PwC in Erfurt im Bereich der Wirtschafts- und Jahresabschlussprüfung, bist auch immer mal eine ganze Woche dienstlich außerhalb Erfurts unterwegs. Wie schaffst Du die zeitlichen Anforderungen?


Als Sportler hat man ein gutes Zeitmanagement gelernt, das kommt mir hier zu gute. Ich habe beispielsweise während meiner sportlichen Karriere sowohl den Abschluss als Polizeivollzugsbeamter im mittleren Dienst bei der Bundespolizei erreicht, als auch parallel noch ein Studium der Betriebswirtschaftslehre abgeschlossen. Auch dies war damals zeitintensiv. Für die Arbeit als 1. Vorsitzender kann ich glücklicherweise auf ein sehr verlässliches geschäftsführendes Vorstandsmitglied (vormals Geschäftsführer) und sehr engagierte Vorstandsmitglieder zählen, die mich unterstützen und auf die verschiedenen Veranstaltungen und Termine gut vorbereiten.


Was sagt Deine Frau/Deine Familie zur zeitlichen Belastung?


Zum Glück sind meine Frau und meine Tochter auch sportbegeistert und begleiten mich gerne mal zu den verschiedenen Sportveranstaltungen. Natürlich ist es manchmal nicht einfach alles unter einen Hut zu bekommen, aber insbesondere meine Frau hält mir immer den Rücken frei und kennt ja meine Leidenschaft für den Sport auch schon aus meiner aktiven Zeit


Gibt es eine Unterstützung seitens Deines Arbeitgebers?


Ja, insbesondere der für mich verantwortliche Partner im PwC Büro in Erfurt engagiert sich sehr stark und ist als Kurator bei der Stiftung Thüringer Sporthilfe eingestiegen. Mit ihm habe ich schon einige Ansatzpunkte für eine Zusammenarbeit besprochen. Zum Beispiel bietet PwC interessierten Sportlern Infoveranstaltungen und Praktika im Bereich der Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung an. Auch weiterführende Perspektiven für Nachwuchssportler wie ein weiterführendes Studium bei PwC oder Wirtschaftsprüfer- sowie Steuerberaterexamen können angeboten werden. Natürlich versuchen wir auch das hervorragende Netzwerk von PwC für die Arbeit und die Projekte der Stiftung Thüringer Sporthilfe zu nutzen.


Die ersten 100 Tage im Ehrenamt sind gerade vorbei, wie fällt ein erstes Fazit aus?  


Meine Vorgänger und Gründungsväter der Stiftung, da beziehe ich den ebenfalls nach 25 Jahren als 2. Vorsitzenden verabschiedeten Rolf Beilschmidt mit ein, ebenso die langjährigen und aktiven Vorstandsmitglieder, haben eine sehr gut aufgestellte Stiftung installiert. Das macht das Arbeiten leichter, auch wenn Kuno und Rolf große Fußstapfen hinterlassen haben. Ich erfahre durch den 2. Vorsitzenden, OSP-Leiter, Dr. Bernd Neudert und unser geschäftsführendes Vorstandsmitglied, Arnd Heymann, eine sehr gute Unterstützung, insbesondere auch bei der Wahrnehmung der doch zahlreichen Termine, die ich nicht alleine abdecken kann. Zu Vorbereitungen von Vorstandssitzungen oder Veranstaltungen, sitzen wir (Arnd und ich) auch mal am Wochenende zusammen.


Nach hundert Tagen ist man erstmal einigermaßen angekommen und kennt die wichtigsten Abläufe. Jetzt geht es darum die Weichen für eine nachhaltige Zukunft und Finanzierung der Thüringer Sporthilfe zu stellen. In der jetzigen Niedrigzinsphase ist es wichtig, eine gute und stabile Finanzierung der Stiftung sicherzustellen, dass wir unseren Nachwuchssportlern weiterhin die gute und wichtige Unterstützung zukommen lassen können, die sie brauchen.


Was steht für die nächsten hundert Tage an bzw. für das Jahr 2020?


Generell steht unsere Aufgabe, die individuelle Förderung von Sportler*innen in der Nachwuchs-, Anschlusskaderförderung und den Olympia-/Paralympics-Förderkreisen immer im Mittelpunkt der Arbeit. Wir verstehen uns dabei als Dienstleister für die Sportler.


Im März ist meine erste Stiftungsratssitzung als 1. Vorsitzender. Beim Ball des Thüringer Sports am 25. April bin ich nicht wie früher als Sportler Gast, sondern ich vertrete diesmal die Stiftung und wir treten gemeinsam mit dem LSB Thüringen als Gastgeber auf. Dann folgen die Nachwuchsförderung Wintersport und darauf freue ich mich als Wintersportler besonders, im Sommer werden wir den Förderkreis „Thüringer Athleten nach Peking“ für nächsten Olympischen Winterspiele berufen. Und natürlich starten in wenigen Monaten die Olympischen Sommerspiele in Tokyo, bei denen wir uns hoffentlich auf viele Thüringer Starter und über die eine oder andere Medaille freuen können.

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